Intersex Awareness Day am 26.10.2017

Heute, am 26. Oktober, ist der Internationale Intersex Awareness Day.

Der Intersex Awareness Day wird seit 1996 begangen und ging u.a. von einer Öffentlichen Kundgebung und Demonstration der „Hermaphrodites with Attitudes“ in Boston / USA aus.

Intergeschlechtlichkeit ist gesamtgesellschaftlich wenig sichtbar und in der Allgemeinbevölkerung nach wie vor tabuisiert und unbekannt. Das Zwei-Geschlechter-System, aber auch das systematische Unsichtbar-Machen von intergeschlechtlichen Körpern über Jahrzehnte durch Medizin und Psychologie hat maßgeblich dazu beigetragen.

Die weltweiten Aktivitäten, die im Rahmen dieses Tages heute stattfinden, sollen die Beachtung der Menschenrechte von intergeschlechtlichen Menschen stärken. Morgan Carpenter (Australien) und Laura Inter (Mexico) widmen diesem Tage seit 2015 ein eigenes Intersex Awareness Day – Projekt  (s. Link )

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Symposium „Intersex-Kontroversen“ am 22.11.2017 in Hamburg

Am Mittwoch, den 22. November 2017 findet von 13 bis 18 Uhr das Interdisziplinäre Symposium „Intersex Kontroversen“ im Rahmen des gleichnamigen Projekts der Hamburg Open Online University (HOOU) im Erika-Haus des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf statt.

Im Fokus steht die Würdigung von Intergeschlechtlichkeit und die Gegenüberstellung verschiedener Zugänge zu offenen und strittigen Fragen im Umgang mit Variationen der körpergeschlechtlichen Entwicklung. Die  Mitwirkenden vertreten Perspektiven aus Eltern- und Erfahrungsexpertise, Ethik, Kunst, Medizin, Psychologie und Sexualwissenschaft.

Programm und Anmeldebogen finden Sie hier.

Die Vorträge, Podiumsgespräch und Performance finden auf Deutsch, teilweise Englisch statt.

Das Symposium ist eine Fortbildungsveranstaltung. Die Akkreditierung ist mit 6 Fortbildungspunkten beantragt.

Ehe für alle? – Ja, für alle!

„Die Ehe für alle lässt keine neue Geschlechtsdiskriminierung zu!“

Dr. Katarina Barley

Im Rahmen des Festakts zur Verleihung des Antidiskriminierungspreises  an Lucie Veith am 16.10.2017 ging Bundesfamilienministerin Dr. Barley auch auf die „Ehe für alle“ ein. „Die Ehe für alle lässt keine neue Geschlechtsdiskriminierung zu!“ sagte Barley in ihrer Laudatio. Sie erläuterte, dass die Ehe für alle eindeutig Wille des Gesetzesgebers gewesen sei. Dies bedeute, dass sie in der Gesetzesauslegung auch die Ehe für Intersexuelle einschließt. Barley verwies auf den neuen Gesetzestext: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“ (BGB § 1353, 1,1).

Desweiteren ging die Bundesministerin in ihrer Rede auf den notwendigen Ausbau der Vernetzung von Beratungsangeboten, insbesondere für Eltern intergeschlechtlicher Kinder ein: „Wir dürfen sie nicht alleine lassen!“

Barley brachte ihr Bedauern zum Ausdruck, dass es in der zurückliegenden Legislaturperiode nicht gelungen sei, eine dritte Geschlechtskategorie einzuführen. Das deutsche Personenstandsgesetz müsse endlich im 21. Jahrhundert ankommen. Sie forderte: „Gleichstellung muss gelebt werden!“ und dankte Lucie Veith für ihr großes Engagement. Zusammen mit Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle (ADS) überreichte sie Lucie Veith die Auszeichnung, eine Bronzeskulptur des Künstlers Fabian Vogler. „Anti-Diskriminierung braucht Vorbilder!“, dafür stehe der Preis.

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Preisverleihung der ADS an Lucie Veith

Am Montag, 16. Oktober 2017 wurde der Preis für das Engagement gegen Diskriminierung 2017 der Bundesrepublik Deutschland an Lucie Veith verliehen.  Die festliche und bewegende Veranstaltung, ausgerichtet von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), fand  im Museum für Kommunikation in Berlin mit großer Resonanz statt.

Die Laudatio hielt Familienministerin Dr. Katarina Barley. Der Preis wurde zum dritten Mal verliehen und von Christine Lüders, der Leiterin der ADS, ins Leben gerufen. Lucie Veith wurde für den hartnäckigen Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen an intergeschlechtlich geborenen Kindern und den Einsatz für die Anerkennung von Intergeschlechtlichkeit in der Gesellschaft ausgezeichnet.

Lucie Veith dankte Mitstreiter_innen, Verbündeten und Unterstützer_innen und wies darauf hin, dass nach wie vor „das Angleichen an ein Normgeschlecht ohne Einwilligung der Person selbst“ weiter „im Schatten des Tabus“ in Kliniken praktiziert werde, und forderte nicht mehr und nicht weniger als den Zugang zu „gleichberechtigter Teilhabe am Leben und zur Gesundheitsversorgung“ für alle Menschen. Denn: „Alle Menschen werden geboren mit einem Geschlecht, dem eigenen, und den gleichen Rechten“.

Lucie Veith brachte auch Unverständnis zum Ausdruck: „Ich werde es nie verstehen, warum die Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Rechte intersexueller Menschen bis heute so schwierig ist.“

Der Moderator des Festakts, Carsten Rüger, nannte den Preis einen „Preis der Ermutigung“.

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Intersex Tagung in Loccum – „Diverse Identität“

Theologie entdeckt Intergeschlechtlichkeit

Zu einer Tagung zur theologischen Annäherung an Intergeschlechtlichkeit lädt die Evangelische Akademie Loccum in Zusammenarbeit mit dem Studienzentrum für Genderfragen der EKD (Evangelische Kirche Deutschland) ein.

Die Tagung findet vom 6. – 7. Dezember 2017 in Loccum / Niedersachsen unter dem Titel „Diverse Identität“ statt. Sie richtet sich an interessierte Menschen und will u.a. Fragen nachgehen, wie die evangelische Kirche mit Intergeschlechtlichkeit in der Praxis umgeht.

Nähere Informationen und Anmeldung unter diesem Link

EuroPSI Konferenz in Jerusalem: Brücken Bauen

Die diesjährige Konferenz des Netzwerkes EuroPSI (European Network of the psychosocial studies of Intersex) findet vom 6. bis 7. September 2017 in Jerusalem / Israel an der Hebrew University statt. Das Tagungsthema lautet „Building Disciplinary Bridges for Research and Recogniation of Intersexed Bodies“. Hier können Sie das Tagungsprogramm einsehen:

Coming up in September!:

Posted by The Martin Buber Society of Fellows in the Humanities and Social Sciences on Dienstag, 15. August 2017

Die Tagung findet u.a. in Kooperation mit der Martin-Buber-Society of Fellows statt.

I-DSD Symposium Kopenhagen

Vom 29. Juni bis 1. Juli 2017 hat in Kopenhagen das internationale I-DSD Symposium stattgefunden. Neben medizinischen Themen wurden auch psychosoziale Fragen erörtert (z.B. die Versorgungssituation und psychosoziales Screening) und ethische Aspekte (z.B. im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit) beleuchtet. Ute Lampalzer präsentierte erste Ergebnisse aus der Begleitforschung des HOOU-Projekts  „intersex-kontrovers“ (siehe hier)