Fachtag im Justizministerium am 16.10.2018

Am Dienstag, 16.10.2018 fand im Bundesjustizministerium Berlin ein Fachtag mit Erfahrungs- und Fachexpert_innen statt zum Schutz intergeschlechtlich geborener Kinder statt. Gegenstand war die Erörterung einer gesetzlichen Regelung zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung vor geschlechtsangleichenden medizinischen Maßnahmen.

Der aktuelle Koalitionsvertrag (von CDU, CSU und SPD) vom 12. März 2018 enthält zum Thema folgende Formulierung und Zielsetzung: „Wir werden gesetzlich klarstellen, dass geschlechtsangleichende medizinische Eingriffe an Kindern nur in unaufschiebbaren Fällen und zur Abwendung von Lebensgefahr zulässig sind.“ (S. 21, Zeilen 797-799). Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bmjv.de/DE/Startseite/Startseite_node.html

Zur Hamburger Anhörung am 21. Juni 2018 zu Operationen an Kindern mit Variationen der Geschlechtsmerkmale

Am 21. Juni 2018 fand im Hamburger Rathaus auf die Große Anfrage (Drs. 21/9670) eine Anhörung zu „Operationen an Kindern mit Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale“ statt. Der Wissenschaftsausschuss der Hamburger Bürgerschaft hatte dazu vier Auskunftspersonen geladen: Prof. Dr. Konstanze Plett, Juristin und Mitverfasserin der Verfassungsklage der „Dritten Option“, Ursula Rosen, Vertreterin des Vereins „Intersexuelle Menschen e. V.“, Dr. Michaela Katzer von der Hochschule Merseburg und Dr. Katinka Schweizer vom Institut für Sexualforschung am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. „Zur Hamburger Anhörung am 21. Juni 2018 zu Operationen an Kindern mit Variationen der Geschlechtsmerkmale“ weiterlesen

Gesetzliche Neuerungen in Luxemburg und Österreich

Sowohl in Luxemburg, als auch in Österreich gab es kürzlich wegweisende Neuerungen zur Gesetzeslage für intergeschlechtliche Menschen. Laut Süddeutscher Zeitung vom 27.07.2018 sei am vergangenen Mittwoch in Luxemburg mehrheitlich für ein neues Gesetz gestimmt worden, welches die Personenstands- und Namensänderung für transgender und intersexuelle Menschen extrem vereinfache. „Gesetzliche Neuerungen in Luxemburg und Österreich“ weiterlesen

Zum Gesetzesentwurf zum 3. Geschlecht erläutert von Oliver Tolmein in der FAZ vom 8. Juni 2018

Am 8. Juni 2018 erschien der Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) „Geschlecht und Recht“ von Oliver Tolmein, der den Gesetztesentwurf des Ministeriums des Inneren für Bau und Heimat sehr bündig und verständlich zusammenfasst und verschiedene Problematiken aufzeigt. Tolmein zufolge handele es sich bei dem Gesetztesentwurf, der durch die Einführung der Kategorie „weiteres“ lediglich eine Änderung des Personenstandsgesetzes anstrebe, um eine starke Vereinfachung des Sachverhaltes, der der „Dritten Option“ und dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom November 2017 nicht gerecht werde. Eine Ausweitung des Transsexuellengesetzes (TSG) ermögliche es Personen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung (auch als „Intergeschlechtlichkeit“ bezeichnet), ihr Geschlecht im Geburtenregister nachträglich zu ändern, wenn eine medizinische Bescheinigung vorliegt.

Da Transsexuelle lediglich mit einem gerichtlichen Beschluss nach dem TSG den Personenstand ändern können, bezeichnet Tolmein die Ausweitung dieses Gesetzes auf intergeschlechtliche Menschen als „unbürokratisch“. Außerdem sei es den Initiator_innen der „Dritten Option“ ein Anliegen, die Selbstzuordnung anstatt körperliche Geschlechtsmerkmale als Basis für den Personenstand zu verwenden.

Warum überhaupt auf einen Eintrag im Geburtenregister bei Kindern und Erwachsenen beharrt wird, ist eine weitere Frage, die sich stelle. Tolmein schlussfolgert, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich diese Fragestellungen beantworten lassen.

Den Online-Artikel finden Sie unter dem Titel „Weiblich, männlich oder weiteres?“ unter diesem Link.

Anhörung zu Operationen an Kindern mit Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale am 21.06.2018 in Hamburg

Am Donnerstag, 21.06.2018 findet eine öffentliche Anhörung zu Operationen an Kindern mit Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale statt (um 17:00 im Hamburger Rathaus, Raum 151). Der Studie „Zur Aktualität kosmetischer Operationen „uneindeutiger“ Genitalien im Kindesalter“ von Ulrike Klöppel (2016) ist zu entnehmen, dass die Anzahl solcher Operationen in Deutschland seit 2005 relativ stabil geblieben zu sein scheint. Die Anhörung der Auskunftspersonen bezieht sich auf die große Anfrage der Fraktion der LINKEN, s. Drucksache 21/9670.

WDR-Sendung zu Intergeschlechtlichkeit

Die Sendung „Menschen hautnah“ des Westdeutschen Rundfunks hat am 07.06.2018 die Folge „Männlich, weiblich – oder was? Leben mit dem dritten Geschlecht“ ausgestrahlt. In dieser knapp 45-minütigen Folge erzählen drei beeindruckende Personen von ihrem Leben als Intergeschlechtliche.

Den Link zur WDR-Mediathek finden Sie hier.

Videos zum Intersex-Symposium im November 2017

Wir freuen uns, Ihnen heute bereits erste Videoaufnahmen des Symposiums „Intersex-Kontroversen“ zugänglich machen zu können.

Eröffnung von Prof. Dr.med. Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung, UKE

Grußwort von Lucie Veith, Intersexuelle Menschen e.V. und ADS-Preisträger_in 2017

Einführung und Moderation von Dr. phil. Katinka Schweizer, Institut für Sexualforschung, UKE

Public Understanding of Intersex in the UK and the USA von Prof. Dr. phil. Peter Hegarty (University of Surrey, UK)

Die neue AWMF Leitlinie „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ von Prof. Dr. phil. Hertha Richter-Appelt (Hamburg)

Juristischer Einblick in das Bundesverfassungsgerichtsurteil von Prof. Dr. Konstanze Plett