Willkommen Selina Gurny – Neue Illustrationen für den HOOU-Blog Intersex-Kontrovers

Wir freuen uns über die Mitarbeit von Selina Gurny.

Selina Gurny ist eine freiberufliche Illustratorin in Hamburg und Kiel. In ihrer Bachelorarbeit zeichnete sie den Comic “Wie willst du eigentlich genannt werden?”, in dem es um die Darstellung von Intergeschlechtlichkeit in unserer Gesellschaft geht.

Nun bestückt sie das HOUU-Projekt “intersex-kontrovers” mit Illustrationen.

 

 

 

 

WDR-Doku zu Intersex und VdG: Notwendiges und Lustvolles

Das Wissenschaftsmagazin Quarks hat dem Themenfeld Intersex und Varianten der Geschlechtsentwicklung (VdG) im Mai 2020 eine neue Sendung gewidmet: “Intersexualität. Warum es mehr als zwei Geschlechter gibt”. Erfahrungsexpert_innen beantworten darin sehr persönlich Fragen von Zuschauer_innen. Außerdem kommen Eltern zu Wort, die ihr intergeschlechtliches Kind von Anfang in dem Wissen aufwachsen ließen,  weibliche und männliche Körpermerkmale zu haben. Sie berichten außerdem von ihrem Versuch, im Gespräch mit Ärzt_innen herauszufinden, welche medizinischen Maßnahmen wirklich notwendig sind.

Der Beitrag ist in der WDR-Mediathek zu sehen und aus unserer Sicht unbedingt sehenswert. Hier geht es zum Link!

Es geht weiter

Guten Tag liebe Blogleser_innen,

nach längerer Pause geht es an dieser Stelle auf unserem HOOU-Projektblog “Intersex Kontrovers” in der Hamburg Open Online University nun weiter mit Informationen und Neuigkeiten zum Themenfeld Intergeschlechtlichkeit und Varianten der Geschlechtsentwicklung (VdG).

Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

 

Dr. Jörg Woweries benennt ärztliche Verantwortung und erhält Bundesverdienstkreuz

Der Berliner Kinderarzt Dr. Jörg Woweries wurde in diesem Jahr für sein Engagement im Feld der Intergeschlechtlichkeit, nach der Bremer Juristin Prof. Dr. Konstanze Plett, ebenfalls mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.  Wir gratulieren Jörg Woweries dazu sehr herzlich!

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Sexualforschung ist eine Laudatio für Jörg Woweries und Konstanze Plett erschienen unter dem Titel “Intersexuelle – gefangen zwischen Recht und Medizin”?, der Bezug nimmt auf eine frühere Arbeit von Plett (2003).  Darin  schreibt Schweizer (2019):      “Diese Doppel-Auszeichnung ist bemerkenswert, weil sie zwei unterschiedliche Menschen persönlich, aber auch exemplarisch auszeichnet, deren Fächer, Recht und Medizin, in einem zwiespältigen Verhältnis stehen. So wurde die Rechtswissenschaftlerin Konstanze Plett für ihr nachhaltiges wissenschaftliches und öffentliches Engagement für die Anerkennung der Rechte intergeschlechtlich geborener Menschen ausgezeichnet, Jörg Woweries als Arzt dagegen für die Anerkennung der Rechtsverletzungen durch die Medizin an intergeschlechtlichen Menschen (…)” (ebd., S. 173).

Dr. Jörg Woweries hat die Intersex-Debatte in Deutschland und in den Nachbarländern in den vergangenen Jahren auf vielfältige Weise, durch gute Vernetzung, freundliche Hartnäckigkeit und seine wichtigen Texte und öffentlichen politischen Stellungnahmen wesentlich mitgeprägt.  Dafür gilt ihm großer Dank!

 

Quellen:

Plett, K. (2003). Intersexuelle – gefangen zwischen Recht und Medizin. In: Koher, F., Pühl, K. (Hg.). Gewalt und Geschlecht. Konstruktionen, Positionen, Praxen. Opladen: Leske & Budrich.

Schweizer, K. (2019). “Intersexuelle – gefangen zwischen Recht und Medizin”? – Konstanze Plett und Jörg Woweries erhalten das Bundesverdienstkreuz. Zeitschrift für Sexualforschung, 32, 173-74.

Woweries, J. (2010). Intersexualität: Eine kinderrechtliche Perspektive. Frühe Kindheit, 03/10, 18-22.

http://www.kinder-undjugendarzt.de/download/47.(65.)Jahrgang2016/KJA_5-2016_Web.pdf

https://www.thieme.de/de/zeitschrift-sexualforschung/aktuelle-ausgabe-7303.htm

https://eref.thieme.de/ejournals/1438-9460_2019_03#/10.1055-a-0978-8084

 

 

Identitäten und Geschlechter im Hamburger Bucerius Kunstforum

Heute, am 6. November 2019 findet um 20 Uhr ein Literaturabend im Hamburger Bucerius Kunstforum mit der Autorin Ulrike Draesner statt. Ihr Roman “Mitgift” (2005) gilt als einer der ersten deutschsprachigen Romane mit einer intergeschlechtlichen Hauptperson. Veranstalterin ist die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Weitere Informationen zur Veranstaltung: https://www.buceriuskunstforum.de/veranstaltungen/zwischen-den-geschlechtern-die-lust-der-literatur-am-spiel-mit-sexuellen-identitaeten/e Lesung

 

Geschlechtervielfalt  im Recht: Wir gratulieren Professorin Konstanze Plett zum Bundesverdienstkreuz mit einer Laudatio von Dr. Jörg Woweries

Geschlechtervielfalt und  -gerechtigkeit brauchen kluge, furchtlose, engagierte, hartnäckige und optimistische Kämpfer_innen. Die Juristin Prof. Dr. Konstanze Plett von der Universität Bremen hat das Bundesverdienstkreuz erhalten für ihre besonderen Verdienste und das Engagement für die Anerkennung der Rechte intergeschlechtlicher Menschen. Nicht zuletzt hat sie zusammen mit der Rechtsanwältin Niedenthal und Prof. Dr. Wapler die Verfassungsbeschwerde der „Dritten Option“ erfolgreich auf den Weg gebracht. Diese Klage vor dem Bundesverfassungsgericht von 2017, und die ihr zugrunde liegende, sorgfältig ausgearbeitete Klageschrift der drei Juristinnen, war Grundlage für die Einführung einer weiteren positiven Geschlechtskategorie im deutschen Recht im Dezember 2018 (s. Blogbeitrag vom 21.12.2018). Vor diesem Hintergrund irritiert die Einschätzung, es handle sich um eine „oberflächliche Recherche des höchsten deutschen Gerichts“ in dem kürzlich veröffentlichten und umstrittenen ZEIT-Beitrag „Diverse Missverständnisse“ von Martin Spiewak (s. ZEIT vom 9. Mai 2019, S. 39). „Geschlechtervielfalt  im Recht: Wir gratulieren Professorin Konstanze Plett zum Bundesverdienstkreuz mit einer Laudatio von Dr. Jörg Woweries“ weiterlesen

Gastbeitrag “Kluge Frauen kämpfen um Gendergerechtigkeit”

In diesem Jahr konnte man in Deutschland zwei Filme sehen, in denen der Kampf von Ruth Bader Ginsburg um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den USA dargestellt wurde: „RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit“ und „Die Berufung“. Sie ist seit vielen Jahren Richterin am höchsten Gericht in den USA, dem Supreme Court,  und hat durch juristisches Wissen und Geschick gegen die Männerphalanx erreicht, durch Grundsatzurteile – die unserem Grundgesetz gleichkommen –  die Gleichberechtigung  zu erkämpfen.

„Gastbeitrag “Kluge Frauen kämpfen um Gendergerechtigkeit”“ weiterlesen

Der internationale Sportgerichtshof hat entschieden: Mittelstreckenläufer_innen mit “hohen” Testosteronwerten werden von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen

Am 1. Mai 2019 hat der internationale Sportgerichtshof (Court of Arbitration for Sport; CAS) den Einspruch von der Südafrikanerin Caster Semenya zurückgewiesen und entschieden, dass internationale Mittelstreckenläufer_innen nur einen Testosteronspiegel von unter 5 nmol/Liter haben dürfen, um einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Läufer_innen zu vermeiden (Artikel des Spiegels vom 1.5.2019). Dieses Urteil, welches laut eines Artikels der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom 4. Mai 2019 am 8. Mai in Kraft getreten ist, zwingt betroffene Personen , ihren Hormonwert mittels Medikamenten zu senken, um weiterhin an den Wettbewerben teilzunehmen, was laut eines ZEIT-Artikels vom 9.Mai 2019 vom Weltärztebund als “unethisch” bezeichnet wurde.

Die neue Regelung des Internationalen Leichtathletikverbandes (International Association of Athletics Federations; IAAF) hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während Semenya diese Regelung als “illegale Methode” bezeichnet und nicht beabsichtigt, ihre Hormonwerte zu senken (Artikel der SZ vom 4. Mai 2019) und sich auch der Weltärztebund und Südafrikas Sportministerin Tokozile Xasa gegen das Urteil aussprechen, begrüßt der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) Jürgen Kessing die neue Regelung als “klare Bekenntnis für den Frauensport” und “Chancengleichheit” (Artikel des Spiegels vom 2.5.2019). Wieder stellt sich die Frage, wer über Geschlechtszugehörigkeiten und Geschlechtergrenzen entscheidet.