HOOU-AfterwOERk am 21. November 2018 zum Thema “ Intersexualität und Gender in offenen Lehr- und Lernmaterialien“

Am 21. November 2018 fand im Rahmen der Hamburg Open Online University (HOOU) an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg eine AfterwOERk-Podiumsdiskussion zum Thema “ Intersexualität und Gender in offenen Lehr- und Lernmaterialien“ statt.  Auf dem Podium diskutierten Isabel Collien, Referentin für Diversity und Intersektionalität der HAW und Dr. Katinka Schweizer, Psychologin und Sexualwissenschafterlin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Moderator_innen Ellen Pflaum und Jakob Kopczynski gingen zunächst auf die Projekte der Diskutant_innen im Rahmen von Open Educational Resources (OER) ein und fragten dann nach ihrem Potenzial und den Schwierigkeiten. Die Posiumsdiskussion kann hier als Podcast nachgehört werden. „HOOU-AfterwOERk am 21. November 2018 zum Thema “ Intersexualität und Gender in offenen Lehr- und Lernmaterialien““ weiterlesen

Gesetzesentwurf zum dritten Geschlechtseintrag: Zweite und dritte Lesung am 13.12.2018

Am Donnerstag, 13.12.2018 findet um 15:40 Uhr die zweite und dritte Lesung des Bundestages zur Änderung der in das Personenstandsregister einzutragenden Geschlechtsangaben statt.  Diskutiert und abgestimmt wird über den entsprechenden Gesetzesentwurf (s. dieses PDF des Gesetzesentwurfs und Blogbeitrag vom 6. November 2018), außerdem über einen Antrag der LINKEN, der u.a. folgende Punkte fordert:

  1. Verbot von aufschiebbaren, nicht lebensnotwendigen Operationen an Kindern,  die das Ziel haben, eine „Geschechtseindeutigkeit“ herzustellen
  2. Erweiterung des Personenstandsgesetzes (PStG) dahingehend, dass alle Personen den Personenstand „ohne gravierende Hürden frei wählen dürfen“, was das Transexuellengesetz (TSG) aufhebt
  3. Offenbarungsverbot, d.h. Zugriff auf den früheren Personenstand einer Person nur mit ihrer Vollmacht

Die Lesungen können unter diesem Link des deutschen Bundestages am Donnerstag live angeschaut werden.

„Weiblich, männlich und … divers?“ – Buchvorstellung und Podiumsdiskussion an der IPU Berlin

MANN_INTER_FRAU (Foto und Skulptur: Fabian Vogler)

Am 7. November 2018 fand an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin eine Podiumsdiskussion und Buchvorstellung mit dem Titel „Weiblich, männlich und … divers?“ statt. Vorgestellt wurde der in diesem Jahr bei CAMPUS erschienene Sammel- und Bildband „Die Schönheiten des Geschlechts: Intersex im Dialog“, herausgegeben von Katinka Schweizer und Fabian Vogler. Er umfasst eine Vielzahl inter- und transdisziplinärer Beiträge zum Titelthema,  zahlreiche Bronzearbeiten des Bildhauers Fabian Vogler sowie künsterlische Interventionen weiterer internationaler Künstler_innen. „„Weiblich, männlich und … divers?“ – Buchvorstellung und Podiumsdiskussion an der IPU Berlin“ weiterlesen

Öffentliche Anhörung – zum Gesetzesentwurf zur Änderung des Personenstandsgesetzes am 26.11.2018

Am 26. November 2018 fand eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Inneres und Heimat (Innenausschuss) zum Gesetzesentwurf „Änderungen der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben“ statt. Als juristische Auskunftspersonen waren anwesend die Jurist_innen PD Dr. Petra Follmar-Otto, Dr. Anna Katharina Mangold und Prof. Dr. Konstanze Plett, die Ärzt_innen Prof. Dr. Susanne Krege, Prof. Dr. Anne Richter-Unruh und Dr. Christian Spaemann sowie Lucie Veith für den Bundesverband „Intersexuelle Menschen e. V.“ Andere relevante Disziplinen, wie Psychologie und Pädagogik, waren nicht vertreten. Unter diesem Link kann der Video-Mitschnitt angeschaut werden.

Kontroverse Reaktionen auf den Gesetzesentwurf

Der neue Gesetzesentwurf bezüglich der Änderung des Personenstandsgesetzes (PStG), der dem Bundesrat am 7. September 2018 vorgelegt wurde, hat in den letzten Wochen unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen (eine Zusammenfassung vom Entwurf findet sich im Blogbeitrag vom 6. November 2018, der Entwurf findet sich unter diesem Link). „Kontroverse Reaktionen auf den Gesetzesentwurf“ weiterlesen

HOOU AfterwOERk am 21. November um 18:30 Uhr

Am 21. November veranstaltet die Hamburg Open Online University (HOOU) eine Diskussionsrunde zu der Frage, wie mit sensiblen Themen wie Diversität und Gender in Open Educational Resources umgegangen werden sollte. Dr. Katinka Schweizer (Sexualwissenschaftlerin und Psychologin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und Isabel Collien (Referentin für Diversity und Intersektionalität an der HAW Hamburg) werden als Expert_innen auf diesem Gebiet von ihren Projekten berichten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr im HAW (Hochschule für Angewandte Wissenschaften) Gameslab, Finkenau 31, 22081 Hamburg statt.

US-Gesundheitsministerium plant rückständige „neue“ Form der Geschlechtskategorisierung

Laut New York Times vom 21. Oktober 2018 plant das US-amerikanische Department of Health and Human Services (Gesundheitsministerium), die rechtliche Definition von „Geschlecht“ in den Federal Civil Rights Laws (Bürgerrechte) kürzer zu fassen. Der Paragraph „Title X“ untersagt jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in staatlich finanzierten Ausbildungseinrichtungen. In einem vor Kurzem veröffentlichten Entwurf des Department of Health and Human Services soll darin zukünftig „Geschlecht“ als dichotom „weiblich“ oder „männlich“ definiert werden, wobei diese Zuschreibungen anhand der bei der Geburt vorhandenen Geschlechtsmerkmale getroffen werden sollen und und als unveränderbar gelten. Bei Unklarheiten sollen genetische Tests Klarheit schaffen. Catherine E. Lhamon, die während der Obama Administration das Education Department’s Office for Civil Rights (Abteilung für Bürgerrechte des Bildungsministeriums) geleitet hat,  äußerte zur  vorgeschlagenen Geschlechterdefinition: “[this] quite simply negates the humanity of people” („[dies] negiert die Menschlichkeit der Menschen“). Das Vorhaben ignoriert biologische, sexualwissenschaftliche und medizinische Fakten; es ist unethisch und unwissenschaftlich. Weitere Informationen finden sich unter diesem Link der New York Times und unter diesem Link eines Artikels der Süddeutschen Zeitung vom 11. November 2018.

Intergeschlechtlichkeit in der Familienserie „Lena Lorenz“: ZDF läutete den Intersex Awareness Tag ein

Erstmals läutete das ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) den International Intersex Awareness Day am Vorabend mit einem thematischen Bezug in der Sendung „Lena Lorenz“ ein: Der Tag findet jährlich am 26. Oktober statt. In der Folge „Eindeutig uneindeutig“ der Serie „Lena Lorenz“ (90 min) ging es um die Geburt eines Interkindes mit partieller Androgeninsensitivität (PAIS) und die Fragen, die dadurch aufgeworfen werden. Anschaulich wird der Druck dargestellt, unter den Familien geraten können, eine schnelle Zuordnung ihres Neugeborenen mit mehrdeutigem Genitale zum weiblichen oder männlichen Geschlecht vorzunehmen. Da erscheinen der aufgeklärte Arzt, der die neuen medizinischen Leitlinien  zu kennen scheint, und die besonnene und fürsorgliche Hebamme Lena Lorenz als echte Vorbilder und Glücksfall für Kind und Eltern.

Geschlechtsanpassende Operationen ohne eindeutigen medizinischen Grund (Indikation) werden verurteilt und als obsolet erklärt. Doch die Beratung beider Profis wird von der Familie nur zaghaft angenommen. Es ist schließlich der vielleicht 6-jährige Bruder, der sich für sein Geschwisterkind einsetzt und die Eltern zur Vernunft bringt, indem er ihnen zeigt, was wirklich wichtig ist: Einander anzunehmen und zu lieben, wie man ist.

In der Folge wird die Selbstverständlichkeit angenommener Zweigeschlechtlichkeit in Frage gestellt. Verschiedene Blickwinkel und Kontroversen werden zur Sprache gebracht, z.B. durch Zitate wie „Da will jeder immer individuell und besonders sein, und wenn es dann echt so ist, haben alle ein Problem“.

Der Film kann noch bis zum 3. Januar 2019 hier in der ZDF-Mediathek angesehen werden.